Frühlingsgefühle im Hinterhofgarten

Gestern und heute war ja richtig schönes Frühlingswetter, und ich versuche, möglichst viel draußen rumzuwurschteln, seit gestern gibt es da auch schon langsam richtig Arbeit.

Aber erstmal: Es gibt auch schon ein bißchen was zu sehen!
Hier in den Kübeln kommen ein paar Tulpen, daneben kämpft sich eine Blume hoch, theoretisch sollte das eine Nelke sein.IMG_4640

Hier vorne im Beet kommen einige Tulpen und Krokusse, das dauert alles Aber noch ein bißchen….IMG_4641

Der Blutampfer hat den Winter wohl gut überstanden, die Erdbeeren auch soweit. Mal sehen, ob sie die Schnecken auch überstehen…IMG_4642

Bei der Artischocke sieht man nix grünes, könnte sein, daß sie in den letzten Monaten verstorben ist, das wäre schade.IMG_4643

Hier bricht der Liebstöckl durch, um den war ich etwas besorgt, weil ich den noch zu ner ungiuten Zeit umgesetzt hatte, aber der ist anscheinend zäh.IMG_4644

Die ersten Minzen lassen sich auch schon blicken:IMG_4645

Der Estragen ist auch immer sehr früh dran, zähes Ding, aber den schenke ich meiner Mama, wenn wir ihn mal transportiert kriegen. Es hat sich rausgestellt, daß ich den einfach nicht so verwende, da hab ich lieber Platz für ne Extra-Tomate, nachdem das dieses Jahr eh eng wird.IMG_4646

Und der Knofi ist überall, ich habe in jedem Kübel 1-2 Knofis, und im Beet auch nochmal 13. Ich war vielleicht etwas überenthusiastisch im Angesicht der Läuse letztes Jahr, aber dann gibt’s halt dieses Jahr ne große Knofi-Verschenkparty.IMG_4648

Der Mohn ist sehr schön durch den Winter gekommen, der kam mir so schön grün entgegen, als ich das Vlies entfernt habe.IMG_4649

Und an manchen Pflanzen sind auch schon so haarige Böllerchen, ich glaub ich kriege ganz bald Blüten, juhuuu!IMG_4650

Und heute habe ich angefangen zu basteln, und meinen Rankebogen aufgebaut. Das ist etwas höher geworden, als erwartet, und auch ganz schön kippelig. Da muß ich morgen nochmal ran, und den mit Steinen und Draht so hinpfriemeln, daß er unter Belastung nicht umkippt. Das wird noch ein ziemliches Gefummel. Aber da sollen meine blauen Bohnen und meine Melonen und vielleicht auch Gurken hochwachsen. Ich hoffe, daß das funktioniert.IMG_4651

Bilderrahmendingsi Teil 1

Ich habe vor Jahren mal in Hektik einen riesigen Fehlkauf getätigt, und dieses häßliche Monstrum gekauft. Ich dachte ich kaufe einzelne Bilderrahmen, die außergewöhnlich verpackt sind, und ich dachte das ist lackiertes Holz, aber das Ding ist aus einem Guß aus Kunststoff gegossen. :-(IMG_4617

Nunja, ich hab überlegt, was man damit anfangen kann, und hab immer gedacht, wenn quasi jeder einzelne Rahmen individuell bunt angemalt wäre, und man in die Rahmen im Postkartenformat politische Forderungen, oder Fotos, oder irgendwas reintut, könnte das ein guter Blickfang für nen Infostand einer Bewegung, Initiative oder Partei sein. Aber das alles zu bemalen ist schon ne Schweinearbeit, die ich immer aufgeschoben habe.

Nun trug es sich zu, daß sich da eine konkretere Verwendungsmöglichkeit aufgetan hat, das hat mich mal dazu bewogen, meine Idee zu teilen, das Ding aus dem Keller zu holen, und mal ein bißchen daran rumzupinseln.IMG_4622

IMG_4623Und ich habe ein bißchen Hoffnung, daß sich Leute zum mitpinseln finden, und das das tatsächlich verwendet werden kann. Aber auch wenn jetzt nicht konkret, hab ich jetzt damit angefangen, dann pinsel ich sonst einfach weiter dran rum, um biete es halt an, wenn es fertig ist, und die Leute sich vorstellen können, wie ich mir das gedacht habe.

Gemüsesackerl mit Stencil

Ich habe jetzt endlich mal meine Gemüsesackerl gemacht, die eigentlich als Weihnachtsgeschenke gedacht waren. Diese Beutelchen sind dazu gedacht, da entweder Backwaren reinzutun und ne Papiertüte zu sparen, oder damit offenes Obst und Gemüse zu kaufen, und diese kleinen Plastiktütchen einzusparen.IMG_4599

Die sind aus alten, ganz leichten Gardinen recyclet, so leicht, daß man die locker mitwiegen kann. Zu nähen sind die Dinger auch supereinfach, das sind nur 3 Gerade Nähte jeweils, man muß nur aufpassen, wo man in welcher Reihenfolge entlangnäht.

Ein Stencil hab ich auch draufgemacht, wie ich das genau gemacht habe, habe ich im Hacker Public Radio beschrieben (der Podcast ist auf Englisch), die Episode läuft offiziell am 22.3.2017. Das Motiv ist von der Food not bombs Bewegung.IMG_4602

Erstes Hinterhofgartenupdate 2017

Die Gartensaison 2017 schleicht sich so langsam wieder ein, wobei ich bis jetzt noch nicht so richtig in Stimmung bin. Ich habe vor einem Weilchen schon mit Vorziehen angefangen, sechserlei Paprika, zwei von den schönen Chillies vom @moprh, 4 Rosenkohl, 2 Brokkoli und 2 Blumenkohle, und ein paar Blümchen. Die Blumenkohle sind schon gut nen Zentimeter hoch, aber ansonsten ist noch nix rausgekommen, was eindeutig identifizierbar wäre. Dafür alles mögliche an „Unkraut“, in der Vorzieherde ist nämlich samenverseuchter Kompost drin.IMG_4606

Ich bin auch schon durch den Garten gelaufen, und habe mal geschaut, was so den teils echt kalten Winter überlebt hat:
Also die 4 Pötte Islandmohn sehen gut aus.IMG_4611

Der Oregano links sieht gut aus, beim Thymian rechts bin ich nicht so sicher.IMG_4612

Pimpinelle und Rosmarin geht’s auch gut.IMG_4614

Im Beet sehen die Erdbeeren ziemlich mitgenommen aus, aber die schaffen es schon, bei der Artischocke bin ich nicht sicher, mal sehen. Das Kinderbeet vom letzten Jahr habe ich dieses Jahr, weil die Kinder da ein bißchen das Interesse verloren haben.IMG_4608

Hier kommen auch schon einige gemischte Spitzen von Blumenzwiebel hoch, ich hab keine Ahnung was das alles wird, aber ich laß mich überraschen.IMG_4609

In einigen Kästen und Töpfen habe ich auch diese Sprößlinge hier, kann sein, das das noch Anti-Läuse-Knoblauch von letzten Jahr ist, üder übrige Blumenzwiebeln, oder ich weiß auch nicht, aber ich lasse es mal stehen.IMG_4613

Und nachdem die Eternitkästen rausgeflogen sind, hab ich mir zu Weinachten gebrauchte neue Kästen gewünscht, und drei so dicke braune Tröge bekommen, danke hierfür! Ich habe nämlich einen Plan: Ich möchte zwischen zwei so Kästen einen Rosenbogen aufstellen, an denen dann Gurken, Melonen und Bohnen hochranken können, die ranken sonst nämlich wild durch die Gegend und werden ziemlich lästig, bzw. wuchern in den Gartenabschnitt der Nachbarin rein. Ich bin mal gespannt, ob das so funktioniert, wie ich mir das vorstelle.IMG_4616

Und noch ein paar Worte zu meinen diesjährigen Plänen:

Erstmal zum Obst: Ich habe einem der Kinder die Erdbeeren im Ex-Kinderbeet abgekauft, mit den Balkonerdbeeren zusammen bin ich da dann gut versorgt. Ich hab noch die Beerensträucher vom letzten Jahr, plus ne Himbeere, die meine Schwester für mich in Ihrem Garten ausgebuddelt hat. Außerdem ne Eßphysalis von meiner Schwester, falls sie den Winter überlebt hat. Dann hat das mit den Melonen letztes Jahr so gut geklappt, daß ich auf jeden Fall wieder ein paar Melonen möchte. Und ich hab Samen für „Melonenbirnen“, die ähnlich pflegeleicht sein solllen wie Tomaten, das ist mein diesjähriges Experiment. Also einen guten Obstanteil dieses Jahr.

Gemüsemäßig etwas Kohl und verschiedene Paprikasorten, auch außergewöhnliche, da bin ich gespannt. Die möchte ich dann auch wieder einkochen. Und ich habe beschlossen, daß ich dieses Jahr ein bißchen Zucchiniwahnsinn möchte, auch zum Einkochen. Das heißt auch dann Mehltaubekämpfung, Mehltau ist hier immer ein Problem. Ich habe jetzt Samen für einen grün-oragnenen Zucchini, für weißen, gelben und grünen. Da kann ich kunterbunte Gläschen einkochen, das ist dann echt was besonderes. Tomaten möchte ich auch verschiedene, etwas weniger als letztes Jahr, und auch wieder zum Einkochen. Gurken auch weniger als letztes Jahr, und mehr Salatgurken als Einlegegurken, aber ein bißchen einlegen will ich auch. Und ich habe dieses Jahr „Blauhilde“, das ist eine blaue Buschbohnensorte, da bin ich sehr gespannt. Ins Beet kommen wieder Karotten, da versuch ich auch mal ne andere Sorte, weil die bisherigen immer so klein geblieben sind, und vielleicht etwas Lauch dazwischen. Und ich will die Mairübchen vom @morph im Beet probieren, und etwas rote Beete, und die Rosenkohle sollen ins Beet. Und ich hab das mit dem Platz noch nicht so super ausgetüftelt, aber vielleicht kommt auch nochmal ein Kürbis ins Beet.
Und in die Kästen kommen noch Erbsen und Radießchen und Silberzwiebeln. Ach ja, und Kopfsalat wär wieder cool.

Kräutermäßig haben glaub ich der Maioran, der Estragon und das Currykraut den Winter nicht überlebt, aber damit kann ich jetzt auch ganz gut leben. Beim Waldmeister, Limonadenkraut und sogar bei den Minzen bin ich noch nicht sicher.
Der Grieschiche Bergtee ist über den Winter auf der Fensterbank noch einiges gewachsen, aber so richtig fit und gesund sieht er nicht aus, ich hoffe, der schafft es. Neue Kräuter plane ich im Moment nicht, aber da ergibt sich ja manchmal im Laufe der Saison was.

Also das ist jetzt mal so der Stand der Dinge, tolles zu sehen gibt es noch nicht, alles noch etwas trostlos, aber das ändert sich ja dann doch immer schneller als man denkt. :-)

Mein Briefkasten, die Post, die Stadtwerke, ihr Heftchen und ich.

IMG_4578Ich bin eine Briefkastenfetischistin. Ich will überhaupt nichts überflüssiges in meinem Briefkasten haben. Ich hab keinen Bock auf Werbung, keinen Bock auf unnötigen Umweltdreck, und auch keinen Bock auf ignorante Arschlöcher (ich sag es deutlich), die meine Wünsche hier missachten.

Ich stehe auf der Robinsonliste, bei meinem Internet- und Telefonanbieter habe ich mich für Werbeangebote sperren lassen, ebenso für Kundenmagazine meiner Krankenkasse, mein bevorzugter Klamottenversand darf mir keine Kataloge schicken, wenn ich irgendwo mal was bestelle, hagelt es sofort einen Anruf zum Sperren, wenn ich Werbung von denen im Briefkasten finde. Wenn ich Kataloge von Unternehmen bekomme, die ich nicht kenne, schicke ich gerne mal ein Datenschutzsauskunftsgesuch. Und wenn ich dabei rausfinde, das irgendein anderes Unternehmen meine Daten weitergegeben hat, kriegen die auch gleich ein Datenschutzauskunftsgesuch. Ich mache mir da immer wieder Mühe, weil ich es kann. Ich bin Erwerbsunfähigkeitsrentnerin mit wenig körperlicher Belastbarkeit aber erstmal viel Zeit.

Und im Normalfall ist das effektiv (also langfristig). Ich habe im Schnitt vielleicht einmal die Woche was im Briefkasten. Und meistens sind das Rechnungen, oder private Post, oder irgendwas, das wichtig ist oder das ich erwarte. Ein ewiges Ärgerniss sind Lieferdienste, die meinen Aufkleber „Keine Werbung und keine kostenlosen Zeitungen einwerfen“ ignorieren. An der Stelle muß ich mir nochmal was ausdenken.
Und sonst kriege ich nur noch sehr sporadisch irgendwas.

Und hier habe ich mich gerade an etwas sehr hartnäckigem festgebissen. Ich erzähle das etwas verkürzt, das waren viele Kontakte über Wochen hinweg, per Twitter, per Servicetelefon und per Mail, und es ist auch nicht chronologisch erzählt, weil es mehrere Themen teilweise parallel gab.

Die Stadtwerke München geben ein „Servicemagazin“ (schaut das gerne mal an, und überlegt Euch, wie Ihr das einordnen würdet) raus. Viele MünchnerInnen kriegen Strom und Wärme von den Stadtwerken, aber ich nicht. Und ich will dieses Heftchen nicht haben. Ich habe keinen Vertrag mit den Stadtwerken, also bin ich keine Kundin, ganz eindeutig. Deswegen habe ich schon vor vielen Monaten bei den Stadtwerken angerufen, und mich dafür Sperren lassen. Das wurde zwar angenommen, für adressierte Hefte. Aber unadressierte erhalte ich weiterhin.

Eine Servicemitarbeiterin argumentierte, daß ich ja Wasser von den Stadtwerken bekomme. Auch hierüber habe ich keinen Vertrag mit den Stadtwerken, höchstens mein Vermieter, dann ist der Kunde, und mit dem gleichen Argument könnte die Straßenbaufirma, die in München die Straßen baut, auf denen ich gehe, argumentieren, daß ich ihre Kundin bin. Dann ging es darum, warum die Stadtwerke denken, meinen Aufkleber „Keine Werbung und keine kostenlose Zeitungen einwerfen“ ignorieren zu dürfen.

Zuerst hieß es, das ist keine Werbung, denn es sind ja redaktionelle Beiträge drin.

Dann sagte ich, also ist es eine kostenlose Zeitung, die laut meinem Aufkleber auch nicht eingeworfen werden darf.

Dann hieß es, nein, es ist keine kostenlose Zeitung, es ist eine „wichtige Verbraucherinformation“, die trotz der Aufkleber eingeworfen wird. Dann habe ich gefragt, wo denn in dem Heft eine „wichtige Verbraucherinformation“ ist, und ob sich in 2017 nicht alle über Unternehmensebseite, Facebook, Twitter, Newsletter wichtige Verbraucherinformationen holen können, und in welchem Gesetz oder Gerichturteil oder in welcher Vorschrift das steht, daß „wichtige Verbraucherinformationen“ trotz Aufkleber eingeworfen werden dürfen.

Das habe ich mindestens zweimal gefragt, aber das hat die Servicemitarbeiterin nicht beantwortet.
Stattdessen sagte sie mir, daß diese Sache mit der „wichtigen Verbraucherinformation“ ein Angebot der Post wäre, und daß die Post an alle liefert, ohne Möglichkeit, sich sperren zu lassen.

Also habe ich bei der Servicenummer der Post angerufen, und dem Postservicemitarbeiter die Lage geschildert, daraufhin fragte er mich nach meinen Adressdaten und sagte mir, ich wäre fortan dafür gesperrt.

Erstmal hatte ich da kein großes Vertrauen, daß das klappt, aber einige Zeit später klingelte mein Briefträger wegen einem dicken Umschlag, und bei der Gelegenheit hat er sich herzlich bei mir über meine Beschwerde bedankt, weil er mit diesem Riesenpapierwust von den Stadtwerken so unglücklich ist, den er immer an alle verteilen muß, ob sie wollen oder nicht. Er wurde wohl gefragt, ob ich so einen Aufkleber auf dem Briefkasten habe.

Daraufhin habe ich mich nochmal an die Stadtwerke gewendet, zum einen um zu sagen, daß die Info, daß keine Sperrung möglich ist, falsch ist.
Und ich hab noch einmal klargestellt, daß ich keine Kundin bin und nochmal nach der Rechtsgrundlage für das Ignorieren des Aufklebers gefragt, und weil ich den Eindruck hatte, daß sich die Mitarbeiterin sehr rauswindet oder gar nicht reagiert, habe ich auch explizit gesagt, daß Sie gerne meine Fragen an andere Stellen weiterleiten kann, wenn sie dem selbst nichts zuzufügen hat. (Also das alles wurde vom Service-Twitteraccount bzw. der Service-Emailadresse beantwortet, das sind keine offiziellen Aussagen der Stadtwerke).

Darauf kam die Antwort, daß sich die Mitarbeiterin mit Ihrem Ansprechpartner bei der Post in Verbindung gesetzt hat, der noch einmal bestätigt habe, daß es sich dabei um eine unaddressierte Sendung handle, und da gebe es keine Möglichkeit sich sperren zu lassen, es würde beide wundern, daß ich so eine Aussage erhalten habe, und ob ich den Mitarbeiter bei der Post und dessen Telefonnummer nennen könnte. Darüber hinaus ist alles unbeantwortet geblieben.

Ich schrub zurück, daß ich den Mitarbeiter bei der Post nicht nennen kann, daß es aber ganz offensichtlich weitergeleitet wurde, da mein Briefträger mich darauf angesprochen hat.
Dann fragte ich nochmal nach den Rechtsgrundlagen der Verteilung, und wer entscheidet, was eine wichtige Verbraucherinformation ist. Ob das die Stadtwerke entscheiden,weil sie das so wollen, oder die Post, weil sie damit Geld verdienen will?

Die Mitarbeiterin wiederholte, daß das ein Angebot der deutschen Post sei, und die Stadtwerke das wahrnähmen. Bevor ein neues M-Direkt gedruckt würde, würde die Post dies auf Werbegehalt prüfen und ob M-Direkt die Verteilkriterien „sämtliche Haushalte“ erfüllen würden.

Und an der Stelle bin ich noch wütender geworden, als ich eh schon war.

Ich weiß nicht, was die Rechtsgrundlage ist, mit der die Aufkleber ignoriert werden dürfen.
Ich weiß auch nicht, was die Prüfkriterien für Werbegehalt sind (die Post hat kein Kontaktformular oder Serviceemail, nur Telefon, aber das hätte ich gerne schriftlich erfragt, war bislang zu faul zum Brief schreiben, hab auch auf der Webseite beim groben schauen nichts gefunden) und auch ganz ohne Werbung ist es noch ne kostenlose Zeitschrift
Oder die Kriterien für sämtliche Haushalte.

Aber ich weiß, wie so ein Heftchen aussieht. Es sieht ganz und gar nicht nach wichtiger Verbraucherinformation aus. Und ich weiß, daß die Post das prüft, die ein finanzielles Interesse daran hat, in welcher Stückzahl sie die Dinger verteilen kann. Und auch die Stadtwerke haben ein Interesse an der Verbreitung. Ich hab da meine Zweifel, wie neutral so eine Prüfung sein kann, und je mehr die Mitarbeiterin sich da rauswund oder nicht reagierte, desto mehr habe ich das Gefühl, daß da mal viel Licht in diese Intranzparenz gehört.

Laut der Webseite der Stadt München gab es Ende 2015 (das sind da die letzten Zahlen) 822.906 Haushalte in München, ich würde denken, es gibt ähnlich viele Briefkästen.
Ich habe keine Ahnung, wieviele davon Aufkleber auf dem Briefkasten haben.
In meinem Haus sind von 18 Briefkästen:
10 mit Aufkleber „Keine Werbung und keine kostenlosen Zeitungen einwefen“
3 mit Aufkleber „Keine Werbung einwerfen“

Also ich vermute es geht bei jeder unaddressierten Ausgabe um hundertausende Haushalte, die das trotz Aufkleber bekommen. Das ist jetzt nicht so wenig, das ist ne Menge ungewolltes Altpapier. Und letztes Jahr gab es vier Ausgaben (ich weiß nicht, wie viele addressiert waren). Ich finde, das ist so ne große Menge, daß es sich lohnen würde, da dranzubleiben.

Die Stadtwerke wollen offenbar das Ignorieren der Aufkleber („alle Haushalte“), denn sie lassen das Heftchen extra daraufhin prüfen, sie könnten sich auch von Anfang an dazu entscheiden, die Aufkleber zu achten, oder Ihre Heftchen zu addressieren (dann kann man sich nämlich sperren lassen oder zufügen lassen). In dem ganzen Dialog hatte ich keine Sekunde das Gefühl, daß es irgendwen kümmert, daß ich das Heft nicht will, im Gegenteil. Nichtmal was in die Richtung wie „Ihre Beschwerde wird weitergeleitet“ oder irgendwas. Und die Stadtwerke versuchen sich immer in ein umweltfreundliches Licht zu rücken, auch mit diesen Heftchen, das wär doch mal ein Ansatz, weniger Müll zu produzieren.

Ich war so wütend über die ganze Sache, ich hab nochmal geantwortet, unteranderem habe ich die Mitarbeiterin aufgefordert mal Tacheles zu reden, sie solle doch einfach sagen
„Ja wir machen das, weil wir das so wollen, und uns ist scheißegal, ob Sie nen Aufkleber haben oder wie Sie das finden.“.
Genau das Gefühl hatte ich nach dem Dialog. Und überraschenderweise habe ich auch bisher keine Antwort mehr bekommen. ;-)

Fazit: So wie es sich mir im Moment darstellt, werde ich das Heftchen wohl nicht mehr bekommen. Ich kann es also an dieser Stelle auf sich beruhen lassen. Ich ziehe noch in Erwägung, die Verbraucherzentrale hinzuzuziehen, da muß ich aber erstmal auch 25 Euro auf den Tisch legen.

Aber über mich selbst hinaus erbost mich die ganze Sache, und der ganze Umweltdreck. Ich bin keine Journalistin, die da mal Anfragen an die Pressestelle richten kann, hab keine Routine im Nachrecherchieren und ich bin auch finanziell nicht so ausgestattet, daß ich mich da so richtig reinverbeissen kann, auch ggf. rechtlich.

Aber wenn das jemand möchte, kann ich meine Unterstützung anbieten. Ich finde einfach, so geht es nicht. Aber vielleicht finde nur ich das so.

Disclaimer: Ich finde die Stadtwerke München sind ein sympathisches Unternehmen. Aber: Sympathische Unternehmen machen sowas nicht.

Altersproporz

Es gibt ja so einige Maßnahmen, die innerhalb von Parteien für mehr Gerechtigkeit sorgen sollen. Männlich-weibliche Doppelspitze, oder jeder zweite Listenplatz gehört einer Frau, oder ein Ost-West-Ausgleich, oder ein Regional-Ausgleich.

Aber was ich noch nie gehört habe, ist ein Altersausgleich. Den fände ich so langsam aber ziemlich angebracht. Zum einen, weil die Jüngeren in unserer überalterten Gesellschaft die Minderheit sind, und zum anderen, weil ich ihnen insgesamt eher ein Interesse daran unterstelle, die Zukunft zu gestalten anstatt Pfründe zu sichern, die sie noch gar nicht haben. Ich finde, jüngere Menschen müssen in einem viel größerem Rahmen beteiligt werden.

Wenn man im Moment als junger Mensch in eine Partei eintritt, ist man wahrscheinlich im Normalfall schon mindestens jenseits der 40, bis man Gestaltungsmacht hat, mit ein paar Ausnahmen vielleicht. Es gibt ja genug alteingesessene, bekanntere und erfahrene Köpfe, die ja keinen Posten oder Anspruch auf einen Posten freiwillig hergeben (Also ich zähl jetzt nicht durch, wer im Bundestag oder in Landtagen oder in Parteiämtern alles unter 40 ist). Kein Wunder, daß Parteien für jüngere nicht so attraktiv sind, und überall der Nachwuchs fehlt. (Und die Eintrittswelle von jüngeren Leuten im Moment ist wohl weniger der Attraktivität der Parteien geschuldet, sondern schlicht Notwehr).

Deswegen fände ich Alt-Jung-Doppelspitzen etwas total wichtiges. Erfahrung kombiniert mit frischem Wind. Oder einen Proporz. Irgendeine klare Perspektive für Jüngere, an der Macht beteiligt zu sein. Leider seh ich das irgendwie nicht kommen.

Warum ich Mitglied bei der Linken werde

Vorab: Ich war vorher nie Mitglied einer Partei und wollte das auch nie, auch wenn die Piraten eine Zeit lang sehr interessant waren. Ich bin da keineswegs eine Überzeugungstäterin, sondern betrachte es eher als notwendiges Übel.

Ich war extrem frustriert darüber, daß der Vorstand der Linken Sarah Wagenknecht zur Spitzenkandidatin gemacht hat, anstatt die Mitglieder zu befragen. Ich habe mich gefragt, ob die Linke so für mich überhaupt wählbar ist.

Ich bin mit vielem was Sarah Wagenknecht so von sich gibt nicht einverstanden, und sie ist nunmal die Lautsprecherin der Linken. Aber: Mit den allermeisten LautsprecherInnen anderer Parteien bin ich viel, viel weniger einverstanden, und in Zeiten wie diesen können wir meiner Meinung nach nicht darauf verzichten, unsere Stimmen ins Parlament zu tragen. Und in einer linken Fraktion hat Sarah Wagenknecht auch nur eine Stimme, genau wie alle anderen Linken, die wir ins Parlament wählen, und je mehr das sind, desto mehr können auch andere Stimmen lauter werden.

Und für mich ist die Linke auch viel mehr als das geringste Übel oder eine Stimme gegen die AfD (und da brauchen wir jede).

Auch wenn Sicherheit und Flüchtlingspolitik in aller Munde sind, wählen wir ein Parlament für alles. Und für mich steht Sozialpolitik ganz vorne dabei.

Die Linke will Hartz4-Sanktionen abschaffen. Das ist für mich schon quasi alternativlos.
Die Linke will Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer und umverteilen. Da bin ich dabei, und da seh ich bei den anderen Parteien nicht viel und ich halte das für allerdringendst notwendig.
In vielen Punkten steht die Linke für einen Richtungswechsel, und darüber hinaus steht sie für vieles, was ich richtig finde.
Auch wenn mir einige Details nicht so gefallen, die grobe Richtung stimmt, und zwar so viel mehr als bei allen Alternativen.

Und darauf warten, daß mir die perfekte Partei mit den perfekten KandidatInnen angeboten wird kann ich lange. Und auch darauf, daß die Anarchie ausbricht. Das wird nicht passieren. Ich finde es im Moment viel mehr sinnvoll, mit dem zu arbeiten was da ist, und positiv darauf einzuwirken (zum Beispiel als Linken-Mitglied fürs Regieren anstatt Opposition zu appellieren), deswegen gehe ich diesen Schritt. Ich möchte der Linken den Rücken stärken, in meinen Augen ist sie die letzte linke Partei die wir noch haben, und ein Richtungswechsel in der Politik ist wirklich bitter nötig, hierfür ist die Linke die einzig wählbare Partei. Und jetzt ist die Zeit in die Linke einzutreten, oder mit Ihr zu reden und sie hören zu wollen, und sich einzubringen, nach der Bundestagswahl ist es zu spät.
Aber:
Das wird eine Mitgliedschaft auf Bewährung. Das bedeutet nicht, daß ich ab jetzt bei jeder Wahl die Linke wähle.
Das bedeutet auch nicht, daß ich jetzt 30 Jahre lang Mitglied bleibe, egal was für Mist gebaut wird.
Und das bedeutet auch nicht, daß ich mich fortan nur noch für die Linke Engagenment aufbringe, ich bin nach wie vor der Meinung, daß Politik von unten und außerhalb der Parlamente gemacht wird, es braucht beides.

Es bedeutet daß ich starke linke Kräfte und einen Richtungwechsel in der Politik sehen will, und hiermit meinen winzigen Beitrag leisten will. Und als Parteimitglied kann ich vielleicht eher Einfluß auf die Dinge nehmen, die ich gerne anders hätte.

Frischkornbrei

Ich habe zu Weihnachten eine Getreidemühle geschenkt bekommen, und esse seitdem morgens Frischkornbrei. Und ich bin so dermaßen vollbegeistert, daß ich mal ein bißchen davon schwärmen will. Das schmeckt nämlich nicht nur saulecker, das macht auch lange satt, und gesund soll es auch sein. Ich habe irgendwo gelesen, daß Frischkornbrei zehnmal gesünder ist als Brot, ob man das glauben kann, weiß ich auch nicht, aber ich bin jedenfalls happy.

Und es ist ganz einfach: Man mahlt abends ein paar Körner, also ich nehme so 1,5 bis 2 Esslöffel, dann tut man Wasser zum aufquellen dazu, so daß alles bedeckt ist. Und mindestens 6 Stunden später kann man dann mischen und essen.img_4563

img_4564img_4565img_4566Das tolle ist, daß man quasi unendlich mischen und reinschmeissen kann, und meine Liste ist jetzt unvollständig und quasi alles ist optional. (also alles außer den Körnern wird erst am nächsten morgen reingeschmissen)

Körner (eine Sorte pur oder gemischt): Ich hab Dinkel, Buchweizen und Quinoa, aber es geht quasi alles: Emmer, Grünkern, Hirse, Hafer, Gerste, Roggen, Reis, Weizen, Einkorn….

Obst: Äpfel, Pflaumen, Ananas, Kompott, Dosenobst, Tiefkühlobst, Beeren, Birnen, Aprikosen, Melone, Apfelmus, Rote Grütze, Smoothies, Marmelade, Kirschen, Trockenobst, Datteln, Feigen, Pfirsiche, Nekarinen, Mandarinen,…

Nüsse: Walnuss, Cashew, Haselnüsse, Pekannüsse, Paranüsse, Mandeln, Macadamia, Kokosnuss, Erdnüsse, Backreste wie gemahlene Mandeln, Kokosflocken…

Süsses: Honig, Ahornsirup, Zuckkerrübensirup, Holunderblütensirup, Rosensirup, Apfelkraut, Raspelschokolade, Nutella, Karamell/Schokoladensauce, Smarties, Baileys, Eierlikör, …

Gewürze: Zimt, Vanille, Anis, Kardamon, Lebkuchenmischung, Nelkenpulver, Rum, Whiskey, …

Saaten: Leinsamen, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Chia, …

Milchrodukt/Ersatz: Milch, Kefir, Sauermilch, Johgurt, Fruchtjohgurt, Quark, Sojamilch, Mandelmich, Kakao, Bananenmilch, Sahne, Trinkjohgurt, Vanillepudding, Vanillesauce, …. oder nur Wasser geht auch.

Sonstiges: Zirtonensaft, Leinsamenöl, Kokosmilch, Ingwer, Algenpulver, …

Herzhafter Frischkornbrei: getrocknete Tomaten, Kräuter, Radießchen, Gurke, geraspelte Möhren, gesalzene Pistazien, Frischkäse, Kräutercreme Fraiche, Sprossen, Käse, Paprika, Pepperoni, Pesto, …

Also, der Phantasie sind überhaupt keine Grenzen gesetzt und es muss auch nicht unbedingt gesund sein. Und das ist echt wunderbar. Ich freu mich jeden Morgen aufs experimentieren, und das wird glaub ich so schnell nicht langweilig.

Gebrauchte Getreidemühlen gibt es übrigens bei ebay.