Selbstgemachtes Pesto

Heute war ich bei meiner Schwester, die hat einen riiiiiiiesigen Strauchbasilikum.img_4393

Wir haben nur ein kleines bißchen davon abgeschnitten…img_4394

Für fünf kleine Gläschen haben wir folgendes verwendet:
einen Haufen Basilikumblätter (laut Rezept 75 Stück, aber wir haben mehr genommen)
120 g Pinienkerne
2 Knoblauchzehen (laut Rezept 3)
75 g frisch geriebener Parmesan
75 g frisch geriebener Pecorino
300 ml extra natives Olivenöl
Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Für kleinere Mengen kann man gut durch 3 teilen.img_4395

Dann haben wir Basilikum, Pinienkerne, etwas Salz und den Knoblauch erstmal kleingemixt.img_4397

Dann kommt der Käse dazu und nach und nach in einem dünnen Srahl das Öl mit reingießen.
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Mit Salz und Pfeffer abschmecken.img_4399

Statt Basilikum kann man auch Petersilie oder Rucola oder andere Kräuter verwenden. Wenn man am Schluß das Pesto im Glas vollständig mit Olivenöl bedeckt, soll es im Kühlschrank 2-3 Monate haltbar sein. Aber das ist ja so geil, so lange wird das bei mir nicht halten.img_4400

Freßpaket zu „versteigern“

(English version following soon)

Ich weiß nicht, ob versteigern der richtige Ausdruck ist, wenn die unterlegenen BieterInnen ihr Geld trotzdem los sind, der Deal wäre folgender:

Ich schicke ein selbstgemachtes Freßpaket an die Person, die einem der unten genannten Accounts die höchste Spende zukommen lässt. Innerhalb Deutschlands trage ich die Portokosten, außerhalb müsstet Ihr die Differenz übernehmen oder das Paket geht in Eurem Namen an jemand, der es dringend brauchen kann, z.B. Refugees oder andere unterfinanzierte Menschen. Die Mindestsumme ist 10 Euro. Es geht dabei um die Unterstützung des Fediverse, also gnusocial.

Aktuelles Höchstgebot: – keines (Mindestens 10 Euro) – letztes Update: 23.9.2016 – 23.46 Uhr

img_4404In dem Paket sind:
0,5 l Pflaumengetränk, winterlich, mit etwas Honig
ein Pflaumenkompott (Kerne sind noch drin) mit Vanille und etwas Honig
eine Kornelkirschmarmelade/Sauce
ein Apfel-Quittenmus
Paprika süß-sauer eingelegt oder alternativ süß-sauer eingelegte Gurken
Ajvar nach kroatischem Rezept
Tomatensugo mit italienischen Kräutern
kleines Fläschchen Estragonessig

Hierbei handelt es sich komplett um selbsteingemachte Sachen, es kann also auch mal passieren, daß ein Glas umkippt, oder so. Wenn jemand Fragen bezüglich der Zutaten hat, gerne in den Kommentaren. Ebenso bei sonstigen Fragen. Das verwertete Obst/Gemüse stammt überwiegend aus dem Hinterhof.

Und so funktioniert es:
1.) Ihr spendet einen Betrag nach Wahl ab 10 Euro an einen der unten genannten Accounts .
2.) Ihr laßt mir einen Screenshot (persönliche Details geschwärzt) von Eurer Überweisung oder einen anderen Zahlungsnachweis zukommen, meine Kontaktdaten findet ihr auf der Kontakt-Seite.
3.) Ich veröffentliche hier und aktualisiere bei Erhalt von Zahlungsnachweisen das jeweils höchste Gebot ohne Namensnennung, so daß Ihr immer nachschauen könnt, wo wir gerade stehen, es kann aber mal ein paar Stunden Verzögerung meinerseits geben.
4.) Wenn Ihr wollt, überbietet Ihr, indem Ihr einen weiteren Betrag überweist und mir Bescheid sagt, daß der Betrag zum vorher von Euch überwiesenen Betrag dazugehört oder indem Ihr einfach einen höheren Betrag spendet, falls ihr vorher noch nichts überwiesen habt.
5.) Am 31. Oktober um Mitternacht schaue ich, wer den höchsten Betrag gespendet hat, und kontaktiere ihn/sie wegen der Postadresse (also geht sicher, daß ich Euch auch kontaktieren kann oder schickt sie gleich mit)
6.) Dann werde ich als Dankeschön kurzfristig das Paket an euch verschicken, bzw. die Details für einen außerdeutschen Versand oder die Übergabe an jemand anderen klären. Oder Ihr holt es ab.
7.) Wenn zwei oder mehr Menschen den gleichen Höchstbetrag gespendet haben, dann wird aufgeteilt oder eine andere Einigung gesucht.

Ihr könnt Euch natürlich auch zu mehreren zusammentun um einen höheren Betrag zu spenden, und das Paket dann aufteilen.

Und hier findet Ihr die Empfänger:
1.) Hier fehlt das Geld, um die Instanz loadaverage.org weiter zu betreiben, der Spendenknopf ist unten auf dieser Seite.
2.) Das zweite ist die NGO En Kompis Kompis, die einen ganzen Haufen für gnusocial tut, das kann ich gar nicht aufzählen, schaut Euch gerne die Webseite an, unter anderem betreibt sie quitter.se. Infos für Spenden sind in der rechten Spalte der Seite.

Gnusocial ist ein werbefreies Netztwerk, das sich aus Spenden und dem Einsatz von vielen vielen Ehrenamtlichen trägt, es hat viele Vorteile gegenüber kommerziellen Netzwerken (und auch einige Nachteile), die Instanzen werden von Privatpersonen oder kleinen Vereinen u. ä. betrieben, aber es ist werbefrei und auf Unterstützung angewiesen. Aber auch wenn Euch Gnusocial nicht weiter interessiert habt Ihr ja vielleicht trotzdem Lust auf ein Freßpaket ;-).

„Dirndlsauce“ aus geklauten Kornelkirschen

Um viele Spielplätze und öffentliche Parkanlagen herum wachsen weitgehend unbeachtet auf Sträuchern Kornelkirschen. Ich wusste das bis dieses Jahr auch nicht, mir wurde aber gesagt, daß sie eßbar sind, daß man daraus Marmelade kochen kann und daß sie nicht leicht mir irgendewelchen giftigen Sachen zu verwechseln sind, wenn man mal weiß, wie sie aussehen.
Ich und meine Sozialpädagogin sind also kürzlich losgezogen, um im Park gegenüber Kornelkirschen zu klauen. Ich sage immer so leichtferig klauen, ich habe aber inzwischen gelernt, daß man dazu „Urban Harvesting“ sagt, ganz modern, wenn es sich um öffentliches Gut handelt.
Das rote da auf dem Bild zwischen den ganzen Pflaumen sind Kornelkirschen:img_4345

Ich hab mich dann auf die Suche nach einem Rezept gemacht und habe dieses hier für „Dirndlmarmelade“ gefunden, warum die so heißt, weiß ich auch nicht. Dann ging es los mit einkochen:img_4354img_4355

Ich habe den Zucker durch eine geringere Menge Honig ersetzt, erfahrungsgemäß wird damit alles, was eigentlich Marmelade sein soll eher Sauce, aber das scheint trotzdem relativ fest geworden zu sein, ich hab es noch nicht probiert.Ich bin sehr gespannt darauf, sowas kenne ich überhaupt nicht.img_4391

Paprikaverarbeitung

Ich habe ja dieses Jahr im Hinterhof extra viel Paprika angebaut, weil ich große Pläne hatte. Das Wetter war bisher überwiegend nicht so optimal für Paprika, aber ich habe es schon geschafft, zweimal was einzukochen, und vielleicht, vielleicht mit viel Glück kommt auch nochmal ne Runde zusammen.Mal sehen. Hier sind erstmal ein paar Paprikas noch am Strauch:img_4317img_4349img_4350

Aus dieser Ernte und noch ein paar mehr Paprikas habe ich dann Ajvar nach einem kroatischen Rezept eingekocht.img_4318

Das sah im Zeitraffer etwa so aus:img_4327img_4329img_4330img_4331

Das Ajvar ist super geworden, ich habe es schon getestet, obwohl ich nicht so lange gerührt habe, wie das Rezept eigentlich verlangt. Also das mache ich bestimmt wieder.

Von der nächsten und den weiteren eher mickrigeren Ernten habe ich dann Paprika süß-sauer nach diesem Rezept eingekocht.img_4361

img_4390Das habe ich letztes Jahr schonmal gemacht, und fand es echt irre lecker und etwas besonderes. Kann ich nur empfehlen.

Pflaumenblogpost

Im Garten unseres Nachbarn steht ein Zwergpflaumenbaum, von dem etwa ein Drittel der Äste zu uns rüberhängt. Der hat dieses Jahr getragen wie irre, und meine Vermieterin hat die Verwertung der Pflaumen, die auf unserer Seite runtergekommen sind, mir überlassen.img_4343

Die Pflaumen lagen dicht an dicht, und jedes mal wenn ich sie aufgesammelt habe, waren zwei Tage später wieder gefühlt genausoviele da. Ich habe sie massenhaft aufgesammelt.img_4345

Dann hab ich noch mehr aufgesammelt, habe sie an alle NachbarInnen, die welche haben wollten, verschenkt.img_4348

Dann hab ich noch mehr aufgesammelt, und sie auch über Foodsharing weitergegeben.img_4360

Und dann habe ich noch mehr aufgesammelt, ich hab sie so lange verarbeitet und weitergegeben, bis ich niemanden mehr gefunden hab, die/der welche wollte, und ich mich selbst in ein Pflaumenburnout verarbeitet hatte. Ich habe etwa 60 Kilo Pflaumen aufgesammelt.img_4366

Ich habe die Pflaumen eingekocht, habe Unmengen an Pflaumensaft gemacht, mit Zimt, Vanille, Ingwer, Anis…img_4346

Das hier ist ein Teil meiner Beute. img_4357

Pflaumenmus hab ich auch ein bißchen gemacht, und Pflaumenkompott. Und welche gegessen, das sind unheimlich leckere Pfläumchen. Also, als das meiste durch war, war ich fix und fertig, aber ich freue mich irre drüber, daß diese feinen, regionalen und kostenlosen Früchte nicht verkommen sind, daß ich vielen Leuten ne Freude damit gemacht habe, und daß ich jetzt richtig gute Vorräte habe, für mich selbst, zum Verschenken und zum Tauschen. War ne gute Aktion.

Samen zu verschenken/zu tauschen

Ich möchte einen winzigen Beitrag dazu leisten, daß weniger Samen von Monsanto (Bayer) und Co. gekauft werden. Deswegen möchte ich die Samen, die ich selbst dieses Jahr gesammelt habe, oder die bereits gekauft sind und ich übrighabe, mit Euch teilen, damit ihr weniger suspekte Supermarktsamen für Eure Fensterbänke, Balkone und Gärten kaufen müsst. Ich verschicke die Samen, wenn alle fertig gesammelt und getrocknet sind, also vielleicht Oktober/November. Ich schicke Euch die Samen einfach zu, wenn ihr mir Eure Adresse zukommen lasst, so lange der Vorrat reicht, sagt mir einfach, was ihr gerne hättet, und wie viel optimalerweise. Wenn Ihr wollt, könnt ihr als Dankeschön einer Organisation etwas spenden (dann freu ich mich, wenn ihr das sagt, damit ich mich mitfreuen kann) oder ihr könnt mir auch Samen zukommen lassen, ganz unten ist ein Wunschzettel, oder vielleicht mit mir neugekaufte Samen von einem alternativen Unternehmen teilen, oder ihr nehmt sie einfach so und freut Euch drüber. Von manchen Samen habe ich nur wenig übrig, aber genug für ein-zwei Pflanzen auf dem Balkon, von anderen massenhaft, …und vielleicht bekommt ja jemand Lust, irgendwas davon auszuprobieren…
Für das meiste findet ihr Anleitungen im Internet, ansonsten könnt ihr auch fragen.img_4384

Folgendes habe ich anzubieten:
Basilikum  – selbstgesammelt von Pflanzen vom Kartoffelkombinat oder aus Supermarktsamen gezogen
Oregano  – selbstgesammelt von einer Pflanze ursprünglich aus dem Garten der Nachbarin
Ysop –  selbstgesammelt aus einer aus Supermarktsamen gezogenen Pflanze und Restsamen, ist ein Hildegard-Kraut, schön für Suppen und Salaten
Schnittlauch  – selbstgesammelt von Pflanzen aus Bingenheimer Saatgut (Bio)
Erdbeerminze/Marrokanische Teeminze  — selbstgesammelt, allerdings habe ich noch nie Pfefferminzsamen zu kaufen gesehen, und weiß nicht, wie gut das funktioniert
Limonadenkraut  – elbstgesammelte Samen von Pflanze aus dem Baumarkt
Pimpinelle  – Rest von Supermarktsamen, fein im Salat
Borretsch  – Rest von Supermarktsamen, lecker im Salat, Bienen lieben ihn
Kerbel –  Rest Supermarktsamen 1/2016 abgelaufen
Petersilie –  Rest Supermarktsamen
Estragon –  Rest Supermarktsamen 1/2016 abgelaufen
Liebstöckl  – Rest supermarktsamen
Majoran  – Rest Supermarktsamen
Thymian  – Rest Bingenheimer Saatgut
Leinsaat  –  gesammelt von Pflanzen aus Saatgut von der Bantam-Mais Initiative und Reste davon
Mex. Zwerggurke  – gesammelt von Pflanze aus Saatgut von Dreschpflegel
Einlegegurge Extra Early  – Samen von Dreschpflegel
Einlegegurke National Pickling  – Samen von Dreschpflegel
Einlegegurke Vorgebirgstraube  – Samen von Dreschpflegel
ungarischer runder Paprika  – Samen von von Dreschpflegel
Paprika Pustza Gold  – Samen von von Dreschpflegel
gelber Paprika Hybrid  – Supermarktsamen
violetter Blumenkohl Samen  – gesammelt/von Ebay
Butternut Kürbis Hybrid –  Baumaktsamenrest
Patisson Kürbis – Rest Bingenheimer Saatgut
Gelber Zentner Kürbis  – Rest Bingenheimer Saatgut
Rotkohl  – Rest Bingenheimer Saatgut
Blumenkohl weiß  – Rest Bingenheimer Saatgut
Mangold Rest  – Supermarktsamen
Lauch  – Rest Supermarktsamen
schwarze Cocktailtomate  – Rest Baumarktsamen
Pastinaken –  Rest Bingenheimer Saatgut
Möhren  – Rest Supermarktsamen
Spinat  – Rest Supermarktsamen
Zwiebeln  – selbstgesammelt und Reste Supermarkt
Carantais-Melone  – Samen auf Ebay gekauft, von jemand selbst gesammelt
Sweet Honey Melone –  Samen auf Ebay gekauft, von jemand selbst gesammelt
Zuckermelone  – selbstgesammelt aus Supermakrtfrucht, weiß nicht, ob das wird…
Rucola  – Rest von Baumarktsamen
Roter Kopfsalat – – Rest von bingenheimer Saatgut
grüner kopfsalat  – Rest von Supermarktsamen
amerkikanischer brauner Pflücksalat –  Rest von Supermakrtsamen, 1/16 abgelaufen

verschiedene Balkonblumen, überwiegend lila und rosa, Wicken, Verschiedene Wiesenblumen/Bienenblumen: Ringelblumen, Mädchenauge, Kornblume,… aus verschiedenen konventionellen und bio Blumenmischungen abgesammelt, orangene Cosmeen, Schwarzäugige Susanne, Mittagsblumen, Malven, weiße Akelei,
Sonnenblumen ohne Ende (teils bio, teils aus Vogelfutter)

Die abgelaufenen Samen sind nicht deswegen unbrauchbar, je älter die Samen werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß nicht alle aufgehen, also im Zweifel einfach mehr sähen.

Ich selbst wünsche mir für nächstes Jahr folgende Samen, vielleicht hat ja jemand von Euch ein paar übrig, oder möchte sich ein Tütchen mit mir teilen? Oder wenn ich eh bestelle können wir auch eine gemeinsame Bestellung bei Dreschpflegel machen und ggf Versandkosten sparen, falls es sich sonst nicht für Euch lohnt. Oder wenn ihr was Cooles übrig habt, was nicht auf der Liste steht, könnt ihr es mir auch sagen.

Mairübchen
roter Glockenpaprika
Wassermelone, z.B. diese
Stangenbohne Blauhilde
Zucchini, z.B. Ölzucchini (ich hätte gerne nächstes Jahr mehrere, auch gerne verschiedene Sorten)
Salatgurke Sensation oder eine andere
ggf. Brokkoli (weiß noch nicht, ob das bei mir mit dem Samen was wird)
ggf. Mauretanische Malve
ggf. Wucherblume

Ich erzähl euch mal was vom Bergwaldprojekt

Heute habe ich mal wieder einen Newsletter vom Bergwaldprojekt im Postfach gefunden, es werden dringend Freiwillige gesucht.
Deswegen dachte ich, ich erzähl Euch mal von meiner tollen Erfahrung mit dem Bergwaldprojekt, daß ich für außerordentlich unterstützenswert halte.

Im Jahr 2000 war ich sehr abenteuerlustig, aber chronisch pleite. Und ich weiß gar nicht mehr, wie mir der Prospekt in die Hände gefallen ist, aber es gab eine große Auswahl an Projektwochen, wo man auch ohne groß von was Ahnung zu haben mal ne Woche im Wald arbeiten und helfen konnte, weg von der Welt, quasi direkt um die Ecke und für wenig Kohle.
Ich hab mir damals ein Projekt in Altlach am Vailchensee ausgesucht, da konnte ich mit nem günstigen Regionalzugticket hinfahren, und soweit ich mich erinnere, hat mich das ganze auch nicht mehr als dieses Ticket gekostet. Meine kleine Schwester ist auch mitgefahren.
Wir waren so etwa 25 Leute, eine buntgemischte Truppe jeglichen Alters, und mit dabei waren eine Köchin, die uns fantastisch mit vegetarischen Essen versorgt hat, und ein Förster vom Bergwaldprojekt, der uns gemeinsam mit dem lokalen Förster angeleitet hat.

Unser Quartier war eine Holzhütte, in der es 2 oder 3 Hochbetten, Tische und Stühle und einen mit Holz oder Kohle betriebenen uralten und urigen Herd gab, es gab auch Licht, aber ich weiß nicht mehr, ob das elekrisch war, oder Petroleumlampen oder was. Gegenüber der Hüttentüre gab es einen Wassertrog aus dem über eine Hahnkonstruktion frisches Quellwasser aus dem Bach floss, einige Meter weiter gab es ein Holzhäuselchen mit klassischem Plumpsklo, und es gab eine Wiese, auf der wir unsere Zelte aufgeschlagen haben. Das war’s. Wer sich waschen wollte, hat den eiskalten Bach genommen, oder ist in den etwaswenigereiskalten Valchensee gehüpft, dessen Ufer nur paar Meter weiter war, ein wunderschöner Blick, das (noch analog gecknipste) Foto hängt hier immernoch:IMG_4308

In dieser wunderhübschen Kulisse sind wir jeden morgen mit frischer Luft und weit weg von städtischer Lärmkulisse aufgewacht. Und zwar recht früh. Wir sind dann nach mehr oder eher weniger ausgieber Morgentoilette in unsere Arbeitskleidung, feste Schuhe, Jeans und meist sowas wie ein Holzfellerhemd (oder T-Shirt?) geschlüpft, ich glaube mich erinnern zu können, das wir auch irgendeine Art von Schutzweste oder so bekommen haben, und sind in die Hütte gekrochen, wo die Köchin, die noch früher aufgestanden ist, uns ein wahrlich königliches Frühstück vorbereitet hatte, Kaffee war auch schon fertig. Ich erinnere mich noch an viele Gläschen von Rapunzel, Schokocreme und Marmelade, an Spiegeleier, aber das alles hat mich gar nicht interessiert, denn es gab auch einen fantastischen Frischkornbrei mit geschnittenem Obst, sowas kannte ich vorher gar nicht, aber es war wundervoll, da hätte ich drin Baden können. Frischkornbrei for President! Und so ein guter, ist mir danach nie wieder untergekommen!

Dann haben wir unser Equipment zusammengesucht, haben uns Quellwasser, Kaffee oder Früchtetee aus riesigen Töpfen in die Feldflaschen gefüllt, den die Köchin auch vorbereitet hatte, und sind zu dem Waldabschnitt gewandert, der an dem Tag dran war, also das war meist so etwa ne halbe Stunde Weg. Wir hatten eine etwas ältere Frau mit ner schönen Stimme und einem riesigen Liederrepertoir in der Gruppe, die immer wieder zum Singen angestimmt hat, und wer konnte hat mitgesungen oder einfach nur gelauscht. Von ihr habe ich auch den Text zu allen 3 Strophen von dem Lied gelernt, daß sich zu unserem Smash-Hit der Woche entwickelt hat, und es hat auch super zur Stimmung dieser Woche gepasst:

WER NUR DEN LIEBEN LANGEN TAG . . .

Wer nur den lieben langen Tag
ohne Plag, ohne Arbeit vertändelt, wer das mag,
der gehört nicht zu uns.
Wir stehn des Morgens zeitig auf,
hurtig mit der Sonne Lauf
sind wir, wenn der Abend naht,
nach getaner Tat
eine muntere, fürwahr
eine fröhliche Schar

Bist du ein fleißiger Gesell
voller Lust, voller Leben, dann schwinge dich so schnell,
wie du kannst, auf dein Pferd.
Findst du kein Roß für deinen Plan,
keinen Wagen, keine Bahn,
dann lauf, was die Sohle hält,
zu uns in die Welt;
denn wir brauchen dich, fürwahr,
in der fröhlichen Schar.

Wenn dich die Leute unterwegs
einmal neugierig fragen, wohin die Reise geht,
sag: ins Jungbrunnenreich !
Jungbrunnen soll der Name sein,
drum stimmt freudig mit uns ein:
Leben soll, solang die Welt
nicht in Scherben fällt,
unsre muntere, fürwahr,
unsre fröhliche Schar !

Als wir dann im Wald angekommen waren waren, haben wir uns etwas verteilt, entweder näher beieinander, so daß man ein bißchen quatschen konnte, oder etwas weiter weg, wenn man lieber seine Ruhe haben wollte.
Unsere Aufgabe war Borkenkäferbekämpfung. Um die Brut der Borkenkäfer loszuwerden, werden die Bäume, wo sie Brüten von ihrer Rinde befreit, es werden also ein paar Bäume ggf. geopfert, um alle anderen von den Käfern zu beschützen. Das ganze funktioniert so, daß man mit einer Machete die Rinde abgezogen hat, in der die Käfer die Eier abgelegt haben, dann trocknet die Brut aus. Besser als Chemie sprühen. Das ist schon schwere Arbeit, aber niemand hat einen gehetzt, und wenn man nicht mehr konnte, hat man sich halt kurz hingesetzt, eine geraucht oder ein Schwätzchen gehalten, dann ging es weiter. Und niemand hat nachgefragt, wieviele Bäume man entrindet hatte, einige haben bestimmt dreimal so viel wie ich geschafft, aber unterm Strich hat das Ergebnis der ganzen Gruppe dem Wald auf jeden Fall was gebracht.
Der Geruch von Wald und frischem Holz war natürlich toll, auch so einen jungen, frisch geschälten Baum anzufassen, manche haben sich auch ein Stückchen Holz zum Schnitzen mitgenommen,, und ich glaube auch letzte bullige Antiesoteriker hat mal einen Baum umarmt.

Und es war schon etwas archaisch, wenn ich da etwas weg vom Schuß mit meiner Machete auf den Baumrinden rumgefuchtelt habe, und mir die Borkenkäferlarven ins Gesicht gepritzt sind. Hört sich eklig an, war aber gar nicht sooo schlimm, und obwohl ich eher zur schwächeren Hälfe der Gruppe gehört habe, habe ich mich gefühlt wie „The toughest Woman of the Universe“. Körperliche Arbeit ist unheimlich befriedigend, vorallem an der frischen Luft, mitten im Wald wo die Sonne grünlich durchschimmert, weit weg von der Welt und vorallem auch noch für einen guten Zweck! An manchen Tagen haben wir überhaupt keine anderen Menschen gesehen, und oft waren wir auch weit weg von den Wegen.

Irgendwann gabs Mittagspause, wir haben (natürlich mit entspechender Vorsicht und unter den Augen des Försters) ein kleines Feuerchen gemacht und den großen Topf, den wir mitgeschleppt haben aufgewärmt. Für das was in dem Topf war hatten wir einen Namen, den ich vergessen habe, sowas wie „Bergwaldeintopf“ oder so, das waren im Prinzip alle Reste vom Abendessen vom Vortag, mit Wasser oder Tomatensauce oder weiß der Henker was noch allem zusammengepantscht und von unserer gigantischen Köchin zu etwas total leckerem zusammenkomponiert. Ich meine, nach dem Weg in den Wald und Stunden Waldarbeit hätte Pappmachee wahrscheinlich auch ziemlich gut geschmeckt, aber die Köchen hat wirklich regelmäßig Glanzleistungen hingelegt, das war fantastisch, und wir haben die Pampe immer restlos aufgegessen. Ich glaub dazu gabs noch Käsebrot oder so. Und zum Nachtisch oder zum Kaffee hatte der Förster immer ein paar Tafeln Schokolade im Gepäck, auf diesem Weg haben wir die ganze wunderbare Rapunzelschokoladenpalette durchprobiert, vor 16 Jahren war so eine luxuriöse Bioversorgung alles andere als selbstverständlich. Das Bergwaldprojekt hat sich wirklich gut um uns gekümmert.

Dann haben wir noch ein paar Stunden Borkenkäfer geschlachtet, nach und nach haben sich die, die nicht mehr konnten zusammengesetzt und gequatsch oder gesungen, und wenn genug Leute in der Gruppe k.o. waren oder wenn der offizielle Feierabend angerückt war, sind wir wieder zurück zum Camp gewandert und haben nicht mehr sehr viel getan, außer aufs Abendessen zu warten. Vielleicht noch kurz im See erfrischt. Oder auf der Wiese rumgelegen. Oder so. Nach dem Abendessen sind die erstens Schlafen gegangen, andere haben noch Karten gespielt oder geratscht, aber es gab ja nur in der Hütte Licht, draußen wurde es früh dunkel, und ich glaub die meisten waren spätestest um 9 im Schlafsack, und trotz harter Isomatten (die waren damals auch noch nicht so luxuriös wie heute) habe ich jede einzelne Nacht lang und wunderbar geschlafen.
Am letzten Abend hat der lokale Förster frischen Fisch direkt aus dem Valchensee neben dem Camp gebracht, der nur ein paar Stunden vorher gefischt wurde, und ein guter Teil der Gruppe hat beschlossen, an dem Abend ganz unvegetarisch zu sein, und die Köchin hat uns tollen gebratenen Fisch gezaubert, das war für mich echt was besonderes.

Und eine Woche später bin ich zwar müde, aber trotzdem völlig erholt und beseelt von der schönen Erfahrung wieder nach Hause gefahren. Ich brauche im Urlaub normalerweise lange zum abschalten und die Welt hinter mir zu lassen, aber diese Woche hat mich ganz und gar alles vergessen lassen. Es war für mich, damals hab ich in der IT gearbeitet, eine völlig neue Erfahrung, und niemand muß nach Südamerika fahren, wenn sie/er mal mit Machete im Urwald rumfuchteln will. Ich habe einiges über Wald im allgemeinen und Borkenkäfer im besonderen gelernt und viel Freude erlebt.
In den letzten 16 Jahren hat sich beim Bergwaldprojekt sicher auch einiges geändert, ich habe gesehen, daß Altlach nicht mehr im Programm ist, bei vielen Projekten gibt es auch Unterbringung in Jugendherbergen oder ähnlichem, und es werden auch nicht immer Borkenkäfer bekämpft, es werden auch Bäume gepflanzt oder Wege gebaut oder befestigt oder andere Sachen, und auch zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Die deutsche Webseite ist etwas komisch, aber schaut mal in der Schweiz.

Ich halte das ganze für eine großartige Sache, wichtig für unsere Bergwälder und absolut unterstützenswert. Aber auch wenn es euch mehr um das eigene Erfahren geht, oder ihr einfach mal ohne viel Geld und auf umweltfreundliche Art und Weise „Urlaub“ machen wollt, einfach mal was ganz anderes erleben wollt, kann ich das Bergwaldprojekt nur empfehlen. Und über Spenden freuen sie sich sicher auch.

BEAN RIOTS ARE GOIN ON

I have taken a lot of pictures, but I didn’t manage to blog them, so finally, here we go:

Thats what all the beans looked like in the garden, as of 8 days ago:IMG_4240

This is @vinzv and half of @hannes2peerIMG_4242

The other half of @hannes2peer chose to move in with the black cherry tomato:IMG_4241

Here is @vinzv’s first podIMG_4243

And @hannes2peer prefers a big family.IMG_4244

One of the @weerosies got all adventurous, and is growing into the melons, cucumbers, peppers, right into the jungle. She seems to have different plans for the future than the rest of the pack.IMG_4246

All the other beans in that planter got together in a crowd and I’m pretty sure they are planning a riot.IMG_4248

One of them, staying anonymous, decided to make a speech and took the podium pole.IMG_4247

In the meantime someone else, unnamed sources claim it might be @cmhobbs delivered a suspicous packageIMG_4249

And here you see the situation is getting really out of hand:IMG_4296

The @hannes2peer clan is joining the riot:IMG_4297

Here you see the strategic arm of the revolution  taking over new territory.IMG_4298

@hannes2peer gets more reinforcements to bring to the riot, too.IMG_4299

The revolution is spreading in all directions.IMG_4300

Every pole in the vincinity is occupied by ursurpants. @corax @jcaktiv, @3mp0 and @cmhobbs are moving the revolution forward, while @morph is leading the way!IMG_4301

Meanwhile at the Garden Intelligence Headquarters packages are inspected and three suspicious packages are found.IMG_4302

When they were opened they didn’t explode, looks like this is a peaceful revolution!IMG_4303

Stay tuned on this channel for more news of The Backyard Garden Riots with our reporter Biene the Bee on site.

Disclaimer: Beans mentioned more often than others are the ones who are not taking good cover and don’t hide themselves in the crowd.

Alternatives Geburtstagsfest: Einladung zum Putzpartywochenende

Ich war dieses Jahr gesundheitlich über lange Strecken so miserabel beieinander, daß jetzt schon der September kommt, und ich noch nichtmal meinen Frühjahrsputz geschafft habe. Die Bude ist richtig verstaubt, ich kann kaum noch aus den Fenstern schauen, Generationen von Spinnen machen es sich hinter meinen Möbeln bequem, und ich bin etwas überfordert davon, und komm nicht hinterher, und es ist alles ganz fürchterlich. Den Garten krieg ich ganz gut durch, aber immer auf Kosten des Haushalts.
Deswegen habe ich mir anstatt einer Geburtstagsfeier einen Plan ausgedacht, der bestimmt nur sehr wenige Leute überzeugen wird. ;-)
Ich möchte am Wochenende 10./11. September ein Putzpartywochenende machen. Also, wenn ihr Bock auf ein bißchen Action habt, kommt vorbei, Fenster putzen, Bücherregal abstauben, Ofen putzen, hinter den Regalen saugen, und wenn ihr keinen Bock zum Putzen habt, könnt ihr den fleißigen Bienchen Bier oder Cocktails oder Putzlappen oder den Eimer reichen, oder gute Musik auflegen (und dabei den staub von den CDs wischen), oder Kaffee kochen, oder euch am mitgebrachten Buffet den Magen vollschlagen. Und wenn’s körperlich nicht klappt mit putzen oder ihr die verqualmte Bude nicht ertragt, könnt ihr Euch auf meinen Thron auf dem Balkon setzten, und gscheit daherreden,IMG_4281

wir können immer jemand brauchen der uns sagen kann, wie man besser putzt. ;-) Und wenn das gscheit daherreden zu langweilig wird, bringen wir die Gewürzgläschen zum abwischen raus.
Und nebenbei können wir quatschen und bei der Musik mitsingen oder tanzen. Und ich bin dann die einzige, deren Bude jemals nach der Party sauberer ist als vor der Party.
Diese Einladung richtet sich in erster Linie an die Menschen, die ich (zumindest „aus dem Internet“) kenne, aber wenn jemand sagt „Ich kenn Dich nicht, aber für ein kaltes Bier und ein Stück Kuchen wisch ich Dir die Küchenschränke aus“: Seid willkommen.

Und für all meine Lieben aus dem Ruhrpott, Bonn, Hannover, Hamburg, Frankfurt, Berlin, Augsburg, Nürnberg, irgendnem Kaff im Allgäu, Hintertupfing dem europäischen Ausland und sonst woher, die wahrscheinlich nicht extra zum Pflanzen abstauben nach München fahren, sei erwähnt, daß an diesem Wochenende in München auch Streetlife Festival, Zona Libre und es ist nichtmal Wiesn, so daß es sowohl mit kommerziellen wie auch mit privaten Schlafplätzen diesmal nicht ganz so schwer ist. Bisher konnte ich immerhin 2 Schlafplätze finden, und vielleicht kommen noch welche dazu. Also wenn ihr, und das glaubt Euch niemand, zum Putzen nach München kommt, dann sagt Bescheid, wenn Ihr keinen eigenen Schlafplatz organisieren könnt, gleiches gilt für Mitfahrgelegenheiten.

Geputzt (oder nicht geputzt) wird ganz gemütlich am Samstag/Sonntag, 10. und 11. September so ab 14.00 Uhr etwa. Und wenn wir keinen Bock mehr haben, hören wir eben wieder auf, aber meine Wohnung ist ja ganz klein, ich glaube, wir schaffen das zusammen. Und ihr könnt natürlich dann jederzeit reinschneien und wieder rausschneien.
Also meldet Euch gerne, wenn ihr trotz Putzen kommen wollt, aber eigentlich rechne ich fest damit, daß ich gemeinsam mit meinen imaginären Freund*Innen Lotta, Lothar und Luitpolt putzen werde. :-D

Ach ja, und zusätzliche Eimerchen, Lappen und Beiträge zum Buffet sind sehr gerne gesehen.